Verizon entlässt tausende: kurswechsel unter dem neuen ceo?

Ein Schock für die Mitarbeiter und ein Warnsignal für den Markt: Verizon, der Telekommunikationsriese, plant erneut massive Entlassungen. Nur sechs Wochen nachdem Dan Schulman das Ruder übernommen hat, folgt nun die nächste Geisselfuhrt, nachdem bereits im November 13.000 Stellen gestrichen wurden. Die Frage ist, ob Schulmans Strategie den Konzern wirklich retten kann.

Die sparoffensive des neuen ceos

Schulman hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: 5 Milliarden Dollar an Betriebskosten sollen dieses Jahr eingespart werden. Ein Großteil dieser Einsparungen soll durch Personalabbau erreicht werden, wie aus einer Mitteilung von Januar hervorgeht. Ob die Mitarbeiter das nun direkt spüren, ist offensichtlich. Laut einem Informanten innerhalb des Unternehmens sind weitere Entlassungen bereits für diesen Donnerstag angekündigt. Die genaue Anzahl der Betroffenen ist noch unklar, doch die Stimmung ist gedrückt.

Die Ankündigung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Verizon verliert seit fünf Jahren Marktanteile und die Kundenzufriedenheit lässt zu wünschen übrig. Schulman räumte dies selbst ein, was für Beobachter der US-amerikanischen Telekommunikationsbranche wenig überraschend war. Die Entscheidung, die Ausgaben für Kapitalanlagen zu reduzieren – von bisherigen Werten auf 16 bis 16,5 Milliarden Dollar – deutet auf eine tiefgreifende Restrukturierung hin.

T-mobile zieht vorbei – und verizon bietet blechschaden

T-mobile zieht vorbei – und verizon bietet blechschaden

Während Verizon mit Entlassungen und Kostensenkungen kämpft, profitiert der Konkurrent T-Mobile. Das Unternehmen hat beschlossen, die Angabe neuer zahlender Kunden pro Quartal einzustellen und stattdessen auf die Gesamtzahl der neuen Konten zu setzen. Ein Schachzug, der Wall Street missfallen hat, da er den Vergleich mit Verizon und AT&T erschwert. Aber die Taten sprechen eine deutliche Sprache: T-Mobile gewinnt Kunden und Marktanteile.

Verizon versucht, mit einem neuen „Simplicity Plan“ und einem Loyalitätsprogramm Kunden zu binden. Der Tarif bietet unbegrenzten Zugang zum 5G Ultra Wideband Netzwerk und diverse Extras. Das Loyalitätsprogramm verspricht Cashback und Rabatte. Aber reicht das? Ein Blick auf T-Mobile zeigt, dass kostenlose Angebote wie Netflix und MLB.com bei Kunden deutlich besser ankommen. Schulman scheint das nicht zu begreifen: Kunden wollen keine „Perks“ – sie wollen einen guten Service zu einem fairen Preis.

Die Aktie von Verizon verlor am Dienstag 21 Cent und schloss bei 42,47 Dollar. Trotz der Kursdämpfung bleibt die Dividende von 70,75 Cent pro Aktie ein attraktives Argument für Investoren. Doch die Frage bleibt, ob Verizon diesen Kurs halten kann, wenn der Wettbewerb so hart bleibt und die Kunden unzufrieden sind.