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007 First light: ein teurer fehltritt für die eu-spieleentwicklung?

Der Hype um 007 First Light ist ungebrochen, die Verkaufszahlen klingen beeindruckend – 1,5 Millionen Kopien innerhalb eines Tages! Doch hinter dem glänzenden Erfolg verbirgt sich eine bittere Pille: Ein Produktionsbudget von 200 Millionen Dollar und sieben Jahre Entwicklungszeit. Das macht First Light nicht nur zum teuersten Spiel, das jemals in Dänemark produziert wurde, sondern auch zu einem der kostspieligsten in ganz Europa. Ein AAA-Titel aus europäischer Produktion, der das Potenzial hatte, die Welt zu erobern – wäre da nicht eine entscheidende Fehlentscheidung gewesen.

Die sprachbarriere: ein unnötiger stolperstein

Die sprachbarriere: ein unnötiger stolperstein

Das größte Ärgernis für viele Spieler: 007 First Light bietet ausschließlich englische Sprachausgabe mit Untertiteln in zahlreichen Sprachen. Warum? IO Interactive scheint die Tradition ihres Vorgängers, Hitman: World of Assassination, fortzusetzen, bei dem ebenfalls auf eine deutsche Synchronisation verzichtet wurde. In Dänemark mag die Praxis, Filme und Serien im Originalton mit Untertiteln zu genießen, weit verbreitet sein, doch das ist kein Argument, um die Bedürfnisse eines globalen Publikums zu ignorieren.

Viele hatten gehofft, dass IO Interactive den Schritt wagen und aus den Fehlern anderer Entwickler lernen würde. CD Projekt Red beispielsweise bewies mit Cyberpunk 2077, dass ein erfolgreicher Start mit englischer Sprachausgabe möglich ist, der jedoch durch eine exzellente Synchronisation in zahlreichen Sprachen im Nachgang noch weiter verbessert werden kann. Doch 007 First Light verpasst diese Chance kläglich.

Die fehlende deutsche Synchronisation ist mehr als nur eine Unannehmlichkeit. In einem Spiel mit einem starken narrativen Fokus, in dem Dialoge eine zentrale Rolle spielen, können Untertitel die Immersion erheblich beeinträchtigen. Während man in einem Film passiv auf der Couch sitzt und die Handlung verfolgt, ist man bei einem Videospiel aktiv in das Geschehen involviert. Man steuert die Figur, trifft Entscheidungen, weicht Angriffen aus – und versucht gleichzeitig, die Untertitel zu lesen. Das Ergebnis: Ablenkung und Frustration.

Die Diskussion, ob die Originalsprache oder eine Synchronisation besser ist, ist uralt. Geschmäcker sind verschieden. Doch 200 Millionen Dollar Budget – lässt sich da wirklich kein kleiner Betrag für eine hochwertige deutsche Synchronisation einplanen? Star Wars Outlaws, ebenfalls ein AAA-Titel aus Frankreich, wird mit deutscher Sprachausgabe erscheinen. Auch die Assassin’s Creed-Reihe, Horizon Zero Dawn und Cyberpunk 2077 sind Beispiele dafür, dass europäische Entwickler durchaus in der Lage sind, ihre Spiele für ein breites Publikum zugänglich zu machen.

Selbst Square Enix, das für seine manchmal fragwürdigen Synchronisationsentscheidungen bekannt ist, bietet eine lateinamerikanische Version an, verzichtet aber konsequent auf eine deutsche. IO Interactive hatte die Chance, sich wie CD Projekt Red zu positionieren und den internationalen Markt zu erobern. Stattdessen hat man eine unnötige Barriere errichtet und viele potenzielle Käufer vergrault.

Wir werden 007 First Light spielen, keine Frage. Aber die ständige Lektüre von Untertiteln während des Spiels wird für viele ein bitterer Nachgeschmack bleiben. Der teuerste dänische Spieltitel aller Zeiten hat sich damit selbst einen Bärendienst erwiesen.