Joby aviation: können e-taxis den new yorker himmel erobern?

Ein leises Surren statt des ohrenbetäubenden Dröhnens traditioneller Hubschrauber – das verspricht Joby Aviation mit seinen elektrischen Flugtaxis. Diese Woche präsentierte sich das Unternehmen mit einer Reihe von Demonstrationsflügen zwischen dem John F. Kennedy Airport und Manhattan, ein ambitioniertes Unterfangen, das das Potenzial für eine Revolution der urbanen Mobilität andeuten könnte.

Der testflug: ein erster blick in die zukunft

Der testflug: ein erster blick in die zukunft

Die Flüge, die im Rahmen eines neuen Bundesprogramms durchgeführt werden, sind bisher ohne Passagiere und folgen den bereits etablierten Routen von Blade Urban Air Mobility, einer Tochtergesellschaft von Joby. Ziel ist es, die Integration von E-Taxis in den amerikanischen Luftraum zu beschleunigen und die Öffentlichkeit für diese Technologie zu sensibilisieren. Ob die Erwartungen erfüllt werden können, bleibt abzuwarten, denn Joby hat in der Vergangenheit bereits Verschiebung seiner Ziele verkündet.

Die Demonstrationsflüge führen von und zum Flughafen JFK sowie zu verschiedenen Blade-Lounges in Manhattan. Beobachter konnten das schlanke, blau-weiße Fluggerät bei der Landung bestaunen und das ungewohnte Geräusch der Elektromotoren erleben – ein deutlicher Unterschied zum lauten Getöse konventioneller Helikopter. Paul Sciarra, CEO von Joby, kündigte an, dass das Unternehmen langfristig eine Preisgestaltung anstrebt, die mit der von Uber vergleichbar ist, während die Reisezeiten im Vergleich zu Helikoptern oder dem Straßenverkehr um ein Vielfaches reduziert werden sollen.

Ein entscheidender Vorteil: Der Lärmpegel. Während klassische Helikopter oft für massive Lärmbelästigung in New York sorgen – im Jahr 2023 wurden bereits 59.000 Beschwerden beim 311-Notruf eingegangen – verspricht Joby eine deutlich leisere Alternative. „Unser Fluggerät erzeugt eher ein Surren, ein Breitbandgeräusch, das sich mit der Umgebung vermischt und schnell verblasst“, erklärte CEO JoeBen Bevirt.

Die Sicherheit steht dabei natürlich an erster Stelle. Jobys Flugzeuge sind mit sechs Rotoren, jeweils angetrieben von zwei Elektromotoren und unabhängigen Batterien, sowie drei Flugcomputern ausgestattet. Rob Wiesenthal, CEO von Blade, betonte, dass die Konstruktion des Joby-Flugzeugs deutlich stärker auf den Passagiertransport ausgerichtet sei als die vieler militärischer oder industrieller Helikopter. „Es fühlt sich an, als würde man in ein sorgfältig designtes Auto einsteigen“, so Wiesenthal.

Die US-Regierung hat Joby und andere Unternehmen in ein Pilotprogramm aufgenommen, das den Städten ermöglichen soll, die notwendige Infrastruktur aufzubauen und die Bevölkerung an die neue Technologie heranzuführen. Ob Joby tatsächlich wie geplant im zweiten Halbjahr dieses Jahres mit dem kommerziellen Flugbetrieb in New York, Texas und Florida beginnen kann, bleibt abzuwarten. Doch die Demonstrationsflüge zeigen eindrücklich: Die Zukunft der urbanen Mobilität könnte leiser, schneller und sauberer sein, als wir uns heute vorstellen können.