KI-Blase droht der Absturz: Tech-Giganten stehen vor Rentabilitätsprüfung

Die Euphorie um Künstliche Intelligenz (KI) könnte bald einer harten Realität ins Auge sehen. In den kommenden zwei Wochen wird der Markt die Bilanzen der großen Technologiekonzerne mit Argusaugen unter die Lupe nehmen, um zu prüfen, ob die milliardenschweren Investitionen in KI tatsächlich in Gewinne umgemünzt werden können. Die bisherige Bilanz lässt Zweifel aufkommen.

Die gigantischen Ausgaben

Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta haben für dieses Jahr Kapitalausgaben in Höhe von bis zu 725 Milliarden US-Dollar angekündigt. Prognosen zufolge könnten diese Summen im Jahr 2027 sogar auf fast 900 Milliarden US-Dollar ansteigen, wie aus einer Bloomberg-Analyse hervorgeht. Doch die Aktienmärkte reagieren zunehmend nervös.

Die vergangene Woche war für den Technologiesektor alles andere als rosig. Der S&P 500 verzeichnete einen Rückgang um 1,6 %, während der Nasdaq 100, der stark von Technologieunternehmen geprägt ist, um 4,1 % einbrach. Besonders hart getroffen wurden die Halbleiteraktien, deren Index um 10 % abstürzte – der schlechteste Wochenverlust seit April 2025. Selbst SpaceX, das Traumunternehmen von Elon Musk, musste einen Rückschlag hinnehmen und verlor 15 % an Wert, nachdem bereits in der Vorwoche ein Minus von 10 % notiert wurde. Der Aktienkurs liegt nun unter dem Ausgabepreis des Börsengangs, und der Marktwert des Unternehmens ist um schätzungsweise eine Billion Dollar geschrumpft.

Investoren werden unruhig

Investoren werden unruhig

“Investoren erreichen einen Punkt, an dem sie sich unwohl mit der Menge an Geld fühlen, die ausgegeben wird, und befürchten eine Blase”, erklärt Jake Seltz, Portfoliomanager bei Allspring Global Investments. Die kommende Woche wird entscheidend sein, wenn Alphabet und Tesla die Berichtssaison der großen Technologieunternehmen eröffnen. Bei Alphabet, dem Mutterkonzern von Google, gehen Analysten davon aus, dass die Kapitalausgaben dieses Jahr mehr als verdoppelt werden und 187 Milliarden US-Dollar erreichen könnten. Wie viele andere Unternehmen der Branche greift auch Alphabet zunehmend auf Schulden an, um die enormen Investitionen zu finanzieren.

In der folgenden Woche werden Microsoft, Meta, Apple und Amazon ihre Ergebnisse vorlegen. Nvidia, der wichtigste Indikator für das Geschäft mit KI-Chips, wird seine Zahlen Ende des Monats präsentieren. Microsoft erlebte seinen schlechtesten Monat seit dem Jahr 2000 und verlor in diesem Jahr bereits 19 %. Meta verzeichnete einen leichten Rückgang im Jahr 2026, der jedoch durch einen Aufschwung im Juli getragen wurde, der auf Optimismus hinsichtlich der Bemühungen um Rechenleistung zurückzuführen ist. Amazon und Nvidia haben im laufenden Jahr um 7,1 % bzw. 8,8 % zugelegt, was jedoch unter dem Wachstum des Nasdaq 100 liegt.

Die Bedeutung der Ergebnisse

Die Bedeutung der Ergebnisse

Die Ergebnisse dieser sechs Unternehmen machen fast ein Viertel des Werts des S&P 500 aus. Ihre Zahlen werden daher den Puls des Marktes maßgeblich bestimmen. Von den zehn Unternehmen, die den S&P 500 in diesem Jahr am stärksten angekurbelt haben, gehören sieben dem Halbleitersektor an. Micron, Nvidia, AMD, Intel, Applied Materials, Lam Research und Sandisk haben allein fast die Hälfte des bisherigen Gewinns des wichtigsten US-amerikanischen Aktienindex ausgemacht. Investoren werden nun nicht nur auf Umsatzwachstum achten, sondern vor allem darauf, ob sich die Milliardeninvestitionen in KI tatsächlich in Rentabilität übersetzen oder ob es sich weiterhin lediglich um eine Versprechung handelt.

Die Sorge um die hohen Ausgaben wirkt sich nun auch auf die Aktien von Halbleitern aus, die bisher am stärksten von den Investitionen profitiert haben und maßgeblich zum Anstieg des Referenzindex um 8,9 % in diesem Jahr beigetragen haben. Die Frage ist, ob die KI-Euphorie nachhaltig ist oder ob eine Korrektur unausweichlich ist.