Raumfahrt boomt: Globale Investitionen steigen auf 119 Milliarden Euro

Die Weltraumwirtschaft erlebt einen beispiellosen Aufschwung. Im Jahr 2025 flossen weltweit 119 Milliarden Euro in den Sektor, was eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr darstellt. Besonders in Europa verzeichneten die Investitionen einen zweistelligen Wachstumskurs, getrieben vor allem durch erhöhte Ausgaben im Verteidigungsbereich.

Europas Aufholjagd: Verteidigung als Wachstumsmotor

Laut einem aktuellen Bericht der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) stiegen die europäischen Raumfahrtbudgets um 12 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro. Dieser Anstieg ist die erste zweistellige Steigerung seit fünf Jahren und spiegelt vor allem die verstärkte Fokussierung auf militärische Anwendungen wider. Während die weltweiten Ausgaben aufgrund von Budgetverschiebungen in den USA und einer Stagnation bei der NASA leicht zurückgingen, konnte Europa seinen Anteil auf 11 Prozent des globalen Raumfahrtbudgets erhöhen.

Die Vereinigten Staaten behielten mit einem Anteil von 58 Prozent weiterhin die Führung, gefolgt von China mit 15 Prozent. Der Trend zeigt sich deutlich: Der Anteil der Verteidigungsausgaben im Weltraumsektor übersteigt mittlerweile den zivilen Bereich deutlich und erreichte 2025 einen Wert von 53 Prozent. Ein weiterer Anstieg der Verteidigungsausgaben wird ab 2026 erwartet, insbesondere im Zusammenhang mit dem US-amerikanischen „Golden Dome“-Projekt, für das bereits rund 24 Milliarden Dollar genehmigt wurden.

„Wir müssen auf kleinere Satellitenkonstellationen setzen, die in Symbiose mit größeren Satelliten arbeiten“, betonte Colonel Fernández vom Space Command der US-Armee.

Deutschland zieht die Fäden: Fokus auf Verteidigung und Sicherheit

Deutschland zieht die Fäden: Fokus auf Verteidigung und Sicherheit

Besonders hervorzuheben ist die Rolle Deutschlands, das den europäischen Aufschwung maßgeblich vorantreibt. Mit einem Investitionsprogramm von 35 Milliarden Euro bis 2030 für die Sicherheit und Verteidigung im Weltraum plant Deutschland den Ausbau satellitärer Systeme, die Verbesserung der orbitalen Überwachung und die Einrichtung eines neuen militärischen Satellitenoperationszentrums. Auch Frankreich beschleunigt seine Bemühungen im Bereich der orbitalen Verteidigung und investiert zusätzlich 4,2 Milliarden Euro in militärische Weltraumaktivitäten zwischen 2026 und 2040.

Spanien, als viertgrößter ESA-Beiträger, erhöht seine Investitionen auf durchschnittlich 455 Millionen Euro pro Jahr. Die spanische Weltraumindustrie verzeichnete im Jahr 2025 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 16 Prozent entspricht. Das Land setzt ebenfalls auf die Verteidigung im Weltraum, unter anderem durch das Space Command des Ejército del Aire und die Entwicklung des Erdbeobachtungssatelliten PAZ-2 durch Airbus.

Der globale Markt für Weltraumdienstleistungen, der 2025 einen Wert von rund 490 Milliarden Euro erreichte, wird hauptsächlich von kommerziellen Anwendungen wie Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung und GNSS-Diensten getragen. Die private Investitionstätigkeit im Weltraumsektor stieg weltweit um 60 Prozent, wobei die USA mit einem Anstieg von 177 Prozent die Nase vorn hatten. In Europa wurden 1,4 Milliarden Euro von Weltraumunternehmen eingeworben, was zwar ein Rückgang von 8 Prozent gegenüber 2024 darstellt, aber dennoch den zweithöchsten jährlichen Wert der Geschichte markiert.

Mit 324 erfolgreichen Starts von 324 Orbitalstarts im Jahr 2025 – ein Anstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr – setzt sich der Trend zu einer rasanten Zunahme der Weltraumaktivitäten fort. Die USA führten dabei mehr als die Hälfte der Starts durch, wobei SpaceX mit 122 Starts für Starlink eine wichtige Rolle spielte. China verzeichnete 93 Starts, was einem Anstieg von 37 Prozent entspricht. Europa stellte seine operative Zugangsfähigkeit zum Weltraum mit acht Starts wieder her, darunter mit der Ariane 6, die strategische Satelliten wie CSO-3 und MetOp-SG-A1 transportierte.

Der globale Markt für Starts und Fertigung wurde auf 75 Milliarden Euro geschätzt, wobei die Fertigung von Raumfahrzeugen den größten Anteil (78 Prozent) ausmachte. Trotz der Dominanz kommerzieller Aufträge im Bereich der Massenstarts werden die Märkte weiterhin hauptsächlich von institutioneller Nachfrage getragen, wobei der öffentliche Sektor 80 Prozent des Wertes ausmachte und der Verteidigungssektor 42 Prozent.