Spacex: börsenboom verpufft – aktie fällt erstmals unter ausgabepreis
Der Hype um SpaceX scheint vorbei. Nur wenige Wochen nach dem Milliarden-Börsengang rutschte die Aktie des Raumfahrtunternehmens am Mittwoch erstmals unter den Ausgabepreis von 135 US-Dollar. Ein jäher Dämpfer für Elon Musk, dessen Unternehmen kurzzeitig als wertvollstes der Welt gehandelt wurde.
Die achterbahnfahrt der bewertung
Der Börsengang von SpaceX Mitte Juni war der größte seit Langem und sorgte für Schlagzeilen. Mit einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar wurden 555,55 Millionen Aktien angeboten, was einem Erlös von 75 Milliarden US-Dollar entsprach. Der erste Handelstag brachte dann eine Sensation: Die Aktie schoss auf 161 US-Dollar nach oben, was einem Gewinn von fast 19 Prozent entsprach. Die Marktkapitalisierung erreichte kurzzeitig beeindruckende 2,1 Billionen US-Dollar, womit SpaceX sogar unter Microsoft, Apple und Alphabet auf dem fünften Platz der wertvollsten Unternehmen weltweit landete.
Doch die euphorische Stimmung währte nicht lange. In der Folgewoche stieg der Kurs zunächst noch weiter auf 225 US-Dollar, bevor ein kontinuierlicher Fall einsetzte. Die Aktie pendelt nun um die 133-Dollar-Marke – ein Zeichen dafür, dass die Erwartungen an das Unternehmen nicht erfüllt werden.

Das problem: fehlende substanz
Der Grund für den Kursverfall liegt weniger an äußeren Einflüssen als vielmehr an den fundamentalen Problemen von SpaceX. Trotz der lukrativen Aufträge der NASA und der erfolgreichen Satellitenstarts ist das Raumfahrtunternehmen alles andere als rentabel. Im vergangenen Jahr verzeichnete SpaceX Verluste in Höhe von 4,94 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden US-Dollar. Die Verluste sind enorm und werfen Fragen nach der langfristigen Tragfähigkeit des Geschäftsmodells auf.
Einziger Lichtblick ist der Satelliteninternetdienst Starlink, der Gewinne erzielt. Doch selbst dieser Dienst kann die Verluste im Raumfahrtbereich nicht vollständig kompensieren. Die Frage ist, ob SpaceX in der Lage sein wird, seine Verluste in den kommenden Jahren zu reduzieren und eine nachhaltige Rentabilität zu erreichen. Der Börsengang hat zwar Kapital beschafft, doch die Zukunft des Unternehmens bleibt ungewiss.
