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Spacex-eintritt in den nasdaq 100: eine stille revolution für millionen investoren

Kaum drei Wochen nach seinem Börsendebüt krempelt SpaceX, das Unternehmen von Elon Musk, bereits jetzt unbemerkt die Portfolios von Anlegern weltweit um. Nicht etwa durch massive Käufe einzelner Trader, sondern durch einen Mechanismus, der weit subtiler, aber viel wirkungsvoller ist: die automatische Anpassung von Indexfonds.

Die flutwelle der passiven investoren

Hunderte Tausende, manche Schätzungen gehen bis zu einer Million, sahen bereits am 12. Juni zu, wie SpaceX an der Börse landete. Doch nun gesellen sich ihnen indirekt weitere Investoren an, und zwar durch eine ganz besondere Maschinerie: Indexfonds und ETFs (Exchange Traded Funds). Diese Fonds sind dazu verpflichtet, die Zusammensetzung des Nasdaq 100 zu replizieren, und SpaceX wird ab dem 7. Juli fester Bestandteil dieses Index sein. Das bedeutet: Sie müssen kaufen.

Der QQQ, der ETF von Invesco, der den Nasdaq 100 abbildet und ein verwaltetes Vermögen von rund 500 Milliarden Dollar aufweist, ist dabei der wichtigste Akteur. Aber auch 17 weitere ETFs, die direkt an den Nasdaq-100 gebunden sind, werden ihre Bestände anpassen müssen. Das ist keine Frage der Analyse oder Entscheidung – es ist eine algorithmische Notwendigkeit.

Die rasante Aufnahme in den Nasdaq 100 ist kein Zufall. Eine kürzliche Änderung der Indexmethodik, die am 1. Mai in Kraft trat, ermöglicht es Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 40 Milliarden Dollar, nach nur 15 Handelstagen in den Index aufgenommen zu werden, unabhängig von der Höhe des frei gehandelten Aktienanteils. SpaceX erfüllte dieses Kriterium mühelos, obwohl erst etwa 4% der Aktien tatsächlich im Umlauf sind. Elon Musk behält zudem weiterhin die Kontrolle über 82% des Unternehmens – eine bemerkenswerte Machtkonzentration.

Die arithmetische falle und der multiplikatoreffekt

Die arithmetische falle und der multiplikatoreffekt

Ein Detail, das viele übersehen: SpaceX’ Gewicht im Nasdaq 100 wird auf rund 0,6% geschätzt. Doch hier lauert eine arithmetische Falle. Da nur ein geringer Teil der Aktien frei gehandelt wird, wendet der Indexanbieter einen Multiplikatoreffekt an, der die Marktkapitalisierung für die Indexberechnung bis zum Dreifachen erhöhen kann. Das bedeutet, dass SpaceX, zumindest rechnerisch, eine Gewichtung von fast 300 Milliarden Dollar erhalten kann – allein für die Zwecke der Indexgewichtung.

Der QQQ, mit seinen 481 Milliarden Dollar verwalteten Vermögen, wird einer der größten Käufer von SpaceX-Aktien sein. Daneben werden auch andere spezialisierte Fonds von BlackRock und der Mini-QQQ (QQQM) von Invesco betroffen sein. Die Auswirkungen sind immens: Schätzungen von Reuters gehen von einem Investitionsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich im Luft- und Raumfahrtsektor aus.

Die großen player bleiben dran

Die großen player bleiben dran

Die Aufnahme in den Russell 1000, 2000 und 3000 von FTSE sowie in diverse MSCI-Indizes (MSCI USA, MSCI World, MSCI ACWI) verstärkt diesen Effekt noch weiter. Tausende von Investoren weltweit werden dadurch indirekt zu SpaceX-Aktionären. Allerdings: Der S&P 500, der weltweit größte Index für passive Investitionen, bleibt SpaceX vorerst verschlossen. Hier gelten strengere Regeln, wie beispielsweise eine Mindestquote an Gewinnen und eine Mindestanzahl an Handelstagen.

Die Geschichte von SpaceX und der Indexwelt ist noch lange nicht zu Ende geschrieben. Während andere Unternehmen wie Anthropic, OpenAI, ByteDance und SH Hynix in den kommenden Jahren ebenfalls an die Börse gehen könnten, bleibt abzuwarten, wie sich die Zusammensetzung der großen Indizes in Zukunft verändern wird. Eine Sache ist jedoch klar: SpaceX hat bereits jetzt einen nachhaltigen Einfluss auf die Anlageportfolios von Millionen von Anlegern.