Steuererklärung 2025/2026: letzte chance auf persönliche beratung!

Die Saison der Steuererklärungen nähert sich dem Ende, und wer noch auf eine persönliche Beratung durch das Finanzamt hofft, sollte sich beeilen. Ab Juni 2026 öffnen die Finanzämter bundesweit ihre Türen, um Bürgerinnen und Bürgern bei der Erstellung ihrer Einkommensteuererklärungen für das Jahr 2025 zu helfen – ein Angebot, das vor allem Selbstständige, Rentner und Steuerzahler mit komplexen Fragen rund um Abzüge, Einkünfte oder neue Gesetze schätzen.

Nicht jeder selbstständige kommt an die theke

Doch Vorsicht: Der Weg zur persönlichen Beratung ist nicht für alle Selbstständigen frei. Das Finanzamt hat klare Kriterien festgelegt, wer Anspruch auf einen Termin hat. Wer im sogenannten „Modellverfahren“ versteuert, also seine Einkünfte anhand von Pauschalbeträgen berechnet, hat grundsätzlich gute Chancen. Dieses System, bei dem die Höhe der Steuer anhand von Faktoren wie Ladenfläche, Mitarbeiterzahl oder Stromverbrauch berechnet wird, vereinfacht die Steuererklärung erheblich und macht die persönliche Beratung für das Finanzamt effizienter.

Warum diese Begrenzung? Die Finanzämter wollen ihre Ressourcen gezielt einsetzen. Da die Online-Steuererklärung immer beliebter wird, sollen die persönlichen Termine vorrangig denen angeboten werden, die sie wirklich benötigen. Die Komplexität der Steuererklärung für Selbstständige ist oft immens: Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, absetzbare Ausgaben, Abschreibungen und möglicherweise noch regionale Sonderregelungen – all das erfordert ein tiefes Verständnis der Materie.

Aber es gibt eine Kehrseite: Wer unter die Kategorie der „direkten Ermittlung“ fällt, also eine detaillierte Buchhaltung führt und mehrere Tätigkeiten ausübt, wird kaum eine Chance auf einen persönlichen Termin erhalten. Die Finanzämter verweisen in diesen Fällen auf Steuerberater oder auf ihre Online-Services. Ein Anruf bei der Finanzamt-Hotline oder die Beantwortung eines Online-Formulars sind dann die einzigen Optionen, um Fragen zu klären.

Die hektik vor dem stichtag

Die hektik vor dem stichtag

Die Nachfrage nach persönlichen Terminen ist hoch, daher raten die Finanzämter dringend dazu, sich schnellstmöglich online, per App oder Telefon einen Termin zu vereinbaren. Wer sich das vorab nicht organisiert, riskiert, dass alle Termine ausgebucht sind. Und wer dann doch ohne die notwendigen Unterlagen auftaucht – Personalausweis, IBAN, Grundbuchauszüge, Belege für Einkünfte und Ausgaben, Nachweise über erhaltene Förderungen – muss womöglich einen neuen Termin vereinbaren.

Was Sie unbedingt mitbringen sollten: Ein gründlicher Blick auf die bereits vorliegenden Steuerdaten in der Finanzamt-Online-Plattform kann Fehler vermeiden und den Beratungstermin effizienter gestalten. Oftmals verstecken sich hier bereits wertvolle Informationen, die Ihnen die Arbeit erleichtern.

Für die meisten Selbstständigen, die nicht im Modellverfahren versteuern, bleibt die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater oder die Nutzung spezialisierter Software die einzige Möglichkeit, ihre Steuererklärung korrekt und fristgerecht abzugeben. Die Zeit drängt, und wer seine Steuererklärung nicht selbst in die Hand nehmen kann, sollte sich jetzt um professionelle Unterstützung bemühen. Denn die Finanzverwaltung bietet zwar Unterstützung an, aber keine Steuererklärungserstellung für komplexe Fälle. Das ist ein Unterschied, den viele Selbstständige schmerzlich feststellen werden.